Wirtschaftliche Nutzung

Der Rheinfall wird seit dem 11. Jahrhundert auch wirtschaftlich genutzt.


Nützliche Informationen rund um die Entwicklung der Wirtschaft und ihre Bedeutung.

Bereits im 11. Jahrhundert wurde auf der rechten Seite des Rheinfalles eine kleine Mühle betrieben. Später kamen Schleifwerkstätten und Schmieden hinzu. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts befanden sich im Rhein oberhalb des Falles zwei Dämme, welche den Wasserrädern des Eisenwerkes und der Mühle über Kanaleinläufe das benötigte Wasser zuleiteten.

Eisenerz wurde am Rheinfall spätestens seit dem 16. Jahrhundert verhüttet. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab man den Betrieb des Hochofens wieder auf. 1810 erwarb Johann Georg Neher das Eisenwerk und baute es zur ersten bedeutenden, industriellen Eisenhütte am Rheinfall aus.

1853 wurde die Schweizerische Waggons-Fabrik (später SIG genannt) gegründet. Ausschlaggebend für die Firmengründung war unter anderem die Nutzung der Wasserkraft.

Ebenfalls zur Nutzung der Wasserkraft wurde 1888 die Aluminium-Industrie-Actien-Gesellschaft Neuhausen gegründet, mit dem Ziel Aluminium zu gewinnen. 1945 wurde die Aluminiumproduktion stillgelegt.

Insbesondere Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert wurden Überlegungen angestellt, den Wasserfall technisch zu nutzen. Projekte wie die durchgehende Schiffbarmachung des Rheines oder Ideen zur Nutzung der Wasserkraft hatten wenig Chance.

Noch heute wird die Wasserkraft am Rheinfall für die Energiegewinnung genutzt. Die Leistung des Rheinkraftwerkes Neuhausen ist mit 4,4 MW im Vergleich zum grössten Wasserkraftwerk am Hochrhein mit 120 MW eher bescheiden.

Der Anschluss der Rheinfall-Region an das Eisenbahnnetz führte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Aufschwung der Rheinfallhotellerie. 1862 wurde gegenüber dem Badischen Bahnhof das Hotel Bellevue erstellt – 1844 das Hotel Weber und 1861 das Hotel Schweizerhof. Durch verschiedene Parkanlagen konnten die Gäste ungestört zum Rheinfall promenieren. Bereits um die Jahrhundertwende setzte der Zerfall der Neuhauser Hotellerie ein. Die Gründe werden im Aufkommen der Fremdenverkehrszentren in den Schweizer Gebirgskantonen, der Entwicklung Neuhausens zum Industrieort sowie einem veränderten Reiseverhalten gesucht.

Quelle/Auszug: «Das ist Schaffhausens Zierde und Pracht» von Daniel Grütter aus dem Buch «Der Rheinfall», Verlag Hier+Jetzt.