Der Rheinfall bei Neuhausen ist nicht nur bei Tag ein Schauspiel besonderer Art. Während den Abendstunden sieht er abwechslungsweise wie ein Gletscher, dann wieder wie eine romantische Wassermusik aus. Die neue Rheinfall-Beleuchtung ist das Werk des St. Galler Lichtplaners Charles Keller.
Nichts ist Keller ferner, als ein Lichtspektakel über den Rheinfall zu ergiessen. Ihm geht es darum, das Naturereignis in Szene zu setzen, dem Wasserfall eine Bühne zu geben. Das erreicht er mit dem bewussten Einsatz von Licht. In der Dämmerung holt er als Background Bauten aus Umgebung aus dem Dunkeln: die Eisenbahnbrücke, das Schloss Laufen, Industriebauten.
Bald aber rücken die tosenden Wassermassen in den Mittelpunkt. Weil die Lichtquellen, sechs Masten mit LED und Halogenmetalldampflampen, nahe am Wasser sind, wird der Rheinfall zu einem nächtlichen Wasserspiel. Das Fliessen wird sichtbar, ganz anders, als dies mit der früheren platten Bestrahlung greller Scheinwerfer der Fall war.
Die neue Rheinfall-Beleuchtung, die sich das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen zum 100. Geburtstag schenkte, ist während 947 Stunden pro Jahr zu sehen. In Absprache mit der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission wird auf die Beleuchtung im Monat Juni, während zwei Wochen in der Winterszeit sowie am ersten Wochenende im April verzichtet.